Von der Projekterkenntnis zur Fortführungsstrategie

Strategieentwicklung für die Regionale Aktionsgruppe Saale-Holzland

Ausgangssituation & Herausforderung

Im Rahmen des Förderprogramms „REGION.innovativ“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung setzte sich die Saale-Holzland-Region mit zehn regionalen Partnern im zweistufigen Wettbewerb durch: mit dem Konzept „IRRMa – Entwicklung und Anwendung eines interkommunalen Reststoff- und Recycling-Managementsystems“.

Hintergrund war die Menge der in der Region anfallenden organischen Reststoffe (Grasmahd, Laub, Garten- und Küchenabfälle, Astschnitt), deren nachhaltige Verwertung bis hin zur Nutzung vielfach ungelöst war. Ziel des Projekts war es, diese Wertstoffe zu hochwertigen Produkten wie Dünger, Humuserde und Energie aufzubereiten – mit angepassten Konzepten und Technologien.

Das Projekt endete am 31.12.2024. Die Regionale Aktionsgruppe Saale-Holzland e.V. wollte die erarbeiteten Ergebnisse nicht ungenutzt lassen, sondern in einem extern begleiteten Abschluss- und Entwicklungsworkshop auswerten und in eine Fortführungsstrategie überführen – unter engem Zeitdruck, da die Umsetzung bis Jahresende erfolgen musste.

 

Vorgehen & Methodik

Nach einem Auftaktmeeting zur Zeit- und Ablaufplanung gliederte sich der Prozess in zwei aufeinander aufbauende Workshops mit Abstimmungs- und Abschlussgesprächen:

Workshop I – Verwaltungsebene

Mit den Projektteilnehmenden aus der Verwaltung wurden die rechtlichen, finanziellen und prozessualen Bedingungen der Fortführung diskutiert. Mittels der Methode Stationsgespräche wurden die Ergebnisse der rechtlichen Prüfung, des Business Cases und möglicher Organisationsmodelle in Kleingruppen an verschiedenen Stationen erarbeitet und im Plenum zusammengeführt. Im zweiten Schritt wurde mit einem Ziel-Canvas im Open-Space-Format die Strategie für die Weiterführung der Grünschnittsammelplätze und -verarbeitung entwickelt.

Workshop II – erweiterter Kreis

Unter Einbindung von Gremienmitgliedern der Regionalen Aktionsgruppe, des Landkreises sowie der Kommunen wurden die Ergebnisse des ersten Workshops und die Fortführungsstrategie vorgestellt und diskutiert – mit Methoden wie World Café, Mentimeter-Befragungen, Online-Vorbefragung und moderierter Gruppenarbeit.

Besonderheit des Beratungsansatzes war die konsequente Verzahnung von fachlicher Auswertung (rechtlich, wirtschaftlich, organisatorisch) mit partizipativen Workshopformaten auf zwei Ebenen – zunächst mit der Verwaltung, dann im erweiterten kommunalen Kreis.

Ergebnisse & Projekterfolg

Aus dem Prozess entstand ein strukturiertes Strategiepapier zur Weiterentwicklung der IRRMa-Erkenntnisse mit vier zentralen Zielfeldern:

  • Schaffung einer rechtsfähigen Organisation zur Weiterentwicklung der IRRMa-Erkenntnisse (inkl. Zweckvereinbarungen bzw. Gesellschaftsgründung)
  • Sicherung der Wirtschaftlichkeit und Verbesserung der Logistik (Kostenanalyse, Transportrouten, transparente Kostenverteilung)
  • Schaffung effektiver und effizienter Verwertungswege (Ausbau von Sammelstellen, Pop-up-Container, Grünschnittmobile, Einbindung von Biogasanlagenbetreibern)
  • Entwicklung einer umfänglichen Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung für Abfallverwertung (Schulungsprogramme, Informationsveranstaltungen für Bürgermeister:innen und Verwaltung)

Ergänzend wurde ein Vorgehensmodell zur Einbeziehung weiterer Kommunen entwickelt: von einem Informationsschreiben an alle Bürgermeister:innen über gemeindeübergreifende Workshops zur Definition von Sammelplätzen und Organisation bis zur Begleitung beim Aufbau von Sammelstellen und Eigenkompostierungslösungen. Sichtbarer Output war ein überarbeitetes Strategiepapier mit konkretem Maßnahmenkatalog je Zielfeld, das der Regionalen Aktionsgruppe als Grundlage für die weitere Verstetigung der IRRMa-Ergebnisse dient.

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