Zukunft unter Unsicherheit steuern
Szenariobasierte Stadtentwicklung für Jena

Ausgangssituation & Herausforderung
Das ursprüngliche Szenario Jena 2030 wurde bereits 2017 entwickelt und verband Prognosen zur wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung mit daraus resultierenden Investitions- und Finanzierungsbedarfen. Auf dieser Grundlage beschloss der Stadtrat 2018 die Strategie für Wachstum und Investitionen.
Seitdem haben Pandemie, Krieg in der Ukraine, Inflation, Energiekrise, Klimawandel, demografische Veränderungen und Fachkräftemangel die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Die Fortschreibung sollte deshalb bisherige Annahmen überprüfen, neue Einflussfaktoren integrieren und die Resilienz sowie Handlungsfähigkeit der Stadt unter unterschiedlichen Zukunftsbedingungen stärker berücksichtigen.
Vorgehen & Methodik
Das Projekt verband Evaluation, Datenanalyse und qualitative Zukunftsforschung mit einer systematischen Szenarienentwicklung:
- Überprüfung des bestehenden Szenariomodells und Abgleich früherer Prognosen mit der tatsächlichen Entwicklung
- Leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Perspektiven aus Verwaltung, Politik, Wissenschaft und weiteren Institutionen
- Analyse kommunaler Statistiken, Bevölkerungsprognosen, Haushalts- und Finanzdaten sowie Fach- und Investitionsplanungen
- Identifikation und Bewertung externer Einflussfaktoren sowie Entwicklung eines steuerungsrelevanten Indikatorensets
- Trendprojektionen, Szenariotechnik und Konsistenzprüfung unterschiedlicher Entwicklungspfade
- Workshops, Gallery Walk und Einbindung von Benchmarking- und Resilienzerkenntnissen
Ergebnisse & Projekterfolg
Im Ergebnis wurde das Szenario Jena 2030 zu einem stärker resilienten und regelmäßig nutzbaren Steuerungsmodell weiterentwickelt.
- Aktualisierung der bisherigen Annahmen und Integration neuer externer Einflussfaktoren
- Fokussiertes Set zentraler Schlüsselfaktoren und kommunaler Steuerungsindikatoren
- Quantitative Entwicklungskorridore mit Minimal-, Mittel- und Maximalwerten
- Entwicklung von sechs unterschiedlichen Zukunftsszenarien
- Stärkere Berücksichtigung nichtlinearer und negativer Entwicklungsmöglichkeiten
- Verknüpfung der Szenarien mit einer Resilienzperspektive für strategische Entscheidungen
